Sydney 2006


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Mittwoch, 4. Oktober 2006

Fraser Island, die größte Sandinsel der Welt

So, wieder ist es Abend und die letzten Stunden vor dem Schlafen gehen werden zur Informationsverbreitung genutzt. Also wo hab ich gestern aufgehört? Genau, wir sind in Hervey Bay angekommen und haben lecker gegessen! Noch ein paar Worte zu unserem Häuschen: Das tolle daran war,


dass Johannes und ich ein eigenes Zimmerchen hatten!


Bevor wir am nächsten Tag unsere Überfahrt auf die Insel angegangen sind, haben wir noch ein kleines Barbecue veranstaltet:


Am linken Bildrand könnt ihr Itai sehen, einen israelischen Soldaten, den wir im Hostel kennen gelernt haben. Er war witzigerweise am nächsten Tag auch auf der Insel dabei und wurde dann umgetauft in "Commander" da er die Kontrolle über sein Team im anderen 4WD hatte. In ein paar Tagen gewähren wir ihm hier in Sydney Asyl und auf unserem Segeltrip war er dann auch noch mit von der Partie. Außerdem könnt ihr Grillmeister Johann sehen, einen Augsburger Studenten.

Beim Essen bekamen wir Besuch:


Das kleine Possum hatte soviel Hunger dass es quasi alles gegessen hat, was wir ihm gegeben haben. Chilli Chicken über Känguruh und Brot ;-) Und ich hab wieder mal ein Tier gesehen...

Hier noch ein kleiner Eindruck von den Jungs beim "Bierchen" nach dem Grillen:


Als am nächsten Tag alle mehr oder weniger ausgeschlafen hatten, ging es prompt zur Einweisung wie man ein 4WD (=4 Wheel Drive) fährt und bedient. Zu diesem Zweck hat uns ein eingefleischter Australier die Basics erzählt. Nachdem wir uns dann noch ein Video mit ein paar tödlichen Unfällen auf der Insel angeschaut hatten, durften wir unser Gefährt in Empfang nehmen.


Dann ging es nach dem Packen und Abzählen der Utensilien (Besteck, Teller, Töpfe...) auch schon ab zur Fähre:


Auf der anderen Seite konnte man direkt in den 4-Radantrieb schalten und auf unwegsamen Pisten loslegen:


Station Nummer 1 war der sogenannte "Lake McKenzie". Das ist einer von vielen Süßwassersehen auf der Insel, und auch der schönste. Das Wasser ist so klar das kann man sich nicht vorstellen. Durch unterirdisches Fließen durch Sand wird es so sauber dass man es sogar trinken kann. Johannes hat mal gefischt und eine kleine Schildkröte gefunden ;-) Haben sie natürlich gleich wieder entlassen nach dem Fototermin:


Und sonst sah es da so aus:




Nach einem erfrischenden Bad (ich natürlich nicht, hab wieder gefroren wie ein Hund) war Mittagessen auf dem Plan. Zuerst mussten wir mal die nötigen Utensilien vom Dach holen,


dann essen:


Weiter ging es auf den "Highway". Normale Menschen würden sagen "an den Strand". Auf jeden Fall gilt auf Fraser: Strand = Highway. Höchstgeschwindigkeit: 80km/h.



Oben in der grünen Shorts ist übrigens noch Freddy, unser gestörter Engländer zu sehen. Über ihn wollen wir nicht weiter sprechen...Ach ja, nebenbei war der Highway auch noch Landebahn für Flugezeuge. Wenn die kamen musste man eben mal schnell rechts ranfahren.



Bevor es dunkel wird muss man alle Straßen auf Fraser verlassen haben, das ist dann so um 5. Außerdem kann man nicht mehr fahren weil Flut ist. Auch wir haben den Weg in unser Camp bei den Aboriginies gefunden:

Küche


Wanne


Schlafraum


Grillen


Besoffener Schotte, den man unter keinen Umständen verstehen konnte, beim Marshmallows Grillen


Zähneputzen am nächsten Morgen


Unsere Stationen für den Tag 2 waren zum einen "Indian Heads", zum anderen die Champagne Pools. Indian Heads ist eine Klippe, wenn man von ihr runterschaut kann man Rochen, Haie, Riesenschildkröten und Wale sehen. Wir haben alles geschafft, außer Wale. Fehlen noch auf der Liste der gesichteten Tiere. Aboriginies meiden diesen Ort. Früher wurden ihre Vorfahren von dort runtergestoßen um sie loszuwerden.



Weiter zu den Champagne Pools. Das Bild ist selbsterklärend würde ich sagen.


Das auch:


Nachdem wir gemäß deutscher Gründlichkeit unseren Tagesplan abgearbeitet hatten, war noch Zeit für eine Inlandstour zum "Lake Allom". Der Weg war ein wenig unwegsam so dass es im Auto mal eben die Kabel von der Batterie gelöst hat. Unter großer Mißachtung der Worte unseres Instructors: "Keep you fucking hands off my car" haben die Jungs mal Hand angelegt und das Problem behoben. Wäre ein langer Weg geworden um auf einer verlassenen Insel Hilfe zu finden...


Im Lake Allom konnte man nicht baden, dafür Tiere sehen!


Abends im Camp ging es gleich weiter mit den Tiersichtungen als ein Dingo uns beim Abendessen zugesehen hat. Die Dingos auf Fraser Island sind die reinsten Dingos die es noch gibt da sich noch nicht mit Hunden paaren konnten, die dürfen nämlich nicht auf die Insel. Nichtsdestotrotz sind es wilde Tiere und haben auf der Insel schon ein Kind getötet. Aber wir wurden genauestens instruiert wie wir uns bei einer Dingosichtung zu verhalten haben. Füttern konnten wir die nicht, das kostet 3000$. In dieser Nacht hat er allerdings noch unsere Mülltonne ausgeräumt... Ups...


Unsere Jungs haben die Aboriginies daheim besucht:


Und nachdem ihre Flasche Jackie-Cola leer war, kamen sie noch zu uns runter. In unserem Camp gab es übrigens das einzige Feuer auf der Insel. Fraser ist ein Nationalpark und in Parks darf man kein Feuer machen. Aber das Australische Gesetz hat keine Wirkung für die Aboriginies! Sehr cool!


Am nächsten Morgen kannten Johannes und Denis keine Gnade und haben sich mit Smiley den Sonnenaufgang angeschaut:




Nach dem Frühstück hieß es Sachen packen:


Dann haben wir noch "Lake Wabby" angesteuert. Ein See, der im Laufe der nächsten Jahre verschwinden wird, weil die Düne in ihn hineinwandert:



Auf dem Weg durch den Wald, den wir natürlich mal wieder barfuß bestritten haben, wieder eine Tiersichtung:


Im Allgemeinen muss ich noch anmerken, dass sich unser Vorhaben: "In Australien laufen wir niemals barfuß durch die Gegend" inzwischen irgendwie in Luft aufgelöst hat. Als uns die Aboriginies an einem Abend erzählt haben, dass sie ein paar Tage zuvor eine Death Adder (die heißt nicht umsonst so) auf dem Weg zum Strand gesehen hatten, den wir am Abend barfuß runtergelaufen waren, hat uns das mal wieder ein wenig auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Wir tragen jetzt FlipFlops ;-)

Zum Abschluß noch ein nettes Bild von uns:


Bis auf den Engländer waren es 3 tolle Tage, die wir sicher nie vergessen werden. Tagsüber viele Sachen erlebt und abends haben wir mit den Aboriginies quatschen können, was einem auch mal eine ganz andere Sichtweise auf die Dinge eröffnet. Eine sehr faszinierende Kultur und eine witzige Weise wie sie sich mit unserer vermischt. Man könnte noch seitenweise erzählen, aber dafür reicht der Blog nicht aus. Ich hoffe ich konnte zumindest einen kleinen Eindruck unserer Erlebnisse vermitteln.