Nationalpark II
Wie ihr sehen könnt ist seit dem letzten Eintrag eine ganze Weile vergangen. Das liegt maßgeblich (und das ist definitiv kein Witz...) daran, dass man in der Uni hier komischerweise doch ganz schön was ackern muss. Und weil wir ja so brave Studenten sind, tun wir das auch. In 2 Wochen ist das erste Paper fällig, und wir haben schon mal mit dem Research angefangen (andere haben sich beruhigenderweise noch nicht mal ein Thema ausgesucht) was ganz schön zeitaufwendig ist, vor allem wenn man so eine schnelle Internetverbindung hat wie wir hier... Naja, dazu kommt dann eben dass man in einem anderen Kurs seit letzter Woche jede Woche was abgeben muss. Also auf Deutsch: Wir sind ganz schön im Stress und von Urlaub keine Rede mehr...
Das konnte uns aber trotzdem nicht davon abhalten letzten Sonntag nochmal einen Ausflug in den Nationalpark zu machen. Diesmal nicht zu viert, sondern mit einer ganzen Horde von Leuten, fast 20 waren wir. War wirklich nett. Wir sind schon um 10 los, oder vielleicht auch ein bisschen später da wir wieder mal das Phänomen der nicht vorhandenen Dynamik einer großen Gruppe von Leuten durchleben mussten ;-) Naja, auf dem Weg haben Johannes und ich dann unsere Tanknadel hypnotisiert. Auf dem Hinweg sah alles ganz gut aus. Aber dazu später.
Jetzt erst mal wieder ein Paar Eindrücke. Begonnen hat der Tag (nachdem wir - wieder ausgebremst von der Gruppengröße - einen Grillplatz gefunden hatten) mit der Fütterung von Kakadus (wie soll es auch anders sein). Dass wir dann kein Brot mehr zum Grillen hatten, hat auch keinen gestört, hauptsache die 50 Vögel sind versorgt. Johannes hat sich wieder mit Detailaufnahmen beschäftigt:

Im Anschluß daran haben wir den Grill angeworfen, der diesmal ein richtiger "Männergrill" mit Holz war. Musste man aber nicht selbst sammeln, wurde gestellt.

Nach dem Grillen wurde dann noch kurz gechillt, aber kaum hatte man es sich gemütlich gemacht kam Aufbruchsstimmung auf. Jens wollte uns den schönsten Strand der Welt zeigen. Auf dem Photo sieht man das nicht so ganz, aber es ist eine Bucht die fast keiner kennt, am Ende dieser Bucht ist ein Wasserfall und es sind eben kaum Leute da. War echt toll und wenn der Eintritt in einen Nationalpark nicht immer 11$ kosten würde, dann würden wir wohl öfter dort hingehen im Sommer.


Das Beste an dem ganzen Tag kam dann aber nach dem Strand: Bora (einer von Jens Freunden, sozusagen der Papa der Nation) hatte noch seine ganze Kühltruhe voller Essen (ich frage mich noch immer wie das gehen kann, wir haben mittags amtlich gespeist), und auch die anderen hatten noch ein bisschen Fleisch übrig. Zufällig gab es am Strand außerdem Gasgrills und so wurde beschlossen dass noch ein abendliches Barbecue angeschmissen wird. Nachdem Bora seine Kühltruhe geleert hatte, war auf dem Tisch ein reicheres Mahl bereitet als am Mittag. Fast hätten die ganzen Jungs nicht alles aufessen können, und das will wohl was heißen.

Kurz bevor wir dann erfroren sind, und kurz bevor es stockdunkel wurde (also für den Fall der Fälle hätte Bora natürlich auch eine Funzel dabei gehabt... ;-)), haben wir uns auf den Heimweg gemacht. Kaum waren wir aus dem Park draußen, hat uns auch schon die blanke Ernüchterung getroffen als wir die Tanknadel quasi stetig fallen sahen. Zuhause angekommen haben wir dann nach nicht mal 200km den 60l Tank wieder aufgefüllt. Heul...
Am nächsten Tag haben wir gleich mal den "Nikki" aufgesucht und ihm klar gemacht dass er uns 400$ umsonst aus der Tasche gezogen hat. Er hat sich dann bereit erklärt weitere Untersuchungen vorzunehmen. Inzwischen haben wir schöne Fotos gemacht und es zum Verkauf online und die Zeitung gestellt (bis jetzt hat sich noch niemand gemeldet...). Zusätzlich haben wir noch Rat von unserem lieblings Mechaniker in Deutschland eingeholt (danke hier an Herrn Winkler für seine fachkundige Ferndiagnose). Naja, am nächsten Tag hat auch "Nikki" in der Nah-Diagnose das Problem erkannt. Nachdem wir ihm dann nochmal 170$ in die Hand gedrückt haben, haben wir mal auf das obligatorische "See ya" verzichtet... Sind optimistisch dass wir jetzt mit 20l auskommen (6 Zylinder und 4.0l wollen halt auch irgendwie gefüttert werden...).
Ansonsten haben wir noch ein paar andere Dinge erlebt in den letzten Tagen. Eins hat wieder mal (wie soll es wieder anders sein) mit Kakadus zu tun. Haben unsere Brotreste zusammengekramt und beschlossen im Botanischen Garten mal in die Offensive zu gehen. Kaum angekommen saß dieser Kollege quasi auf unserer Schulter:

Wir sind dann weitergezogen um einen Ort zu finden wo es mehr Kakadus gibt, und kaum da angekommen wurden wir quasi überfallen und ausgeraubt. Unten stehendes Foto ist eines der wenigen die mir gelungen sind weil ich dann plötzlich auch mehrere Vögel auf meinem Arm sitzen hatte, die Kamera in der Hand, meinen Janker zwischen die Beine geklemmt (voller Angst dass die Vögel drauf kacken) die Tüte mit Brot in der anderen und gleichzeitig auch noch selber füttern musste um meine Finger vor dem abgebissen werden zu schützen.

Auch andere Kollegen haben das mit dem Brot mitbekommen, so wie diese "Flying Rat", die sich das Brot im Flug aus Johannes Hand geholt hat.

Spätestens als die Ibise dann auftauchten haben wir unser Brot verschenkt und die Flucht ergriffen, weil mit denen wollten wir nicht in den Kampf treten.
Zu guter letzt möchte ich noch ein kleines Problem erwähnen das wir hier mit unserem Feuermelder haben. Also das erste mal als der losging da war mir schon ein bisschen mulmig. Hab zur Sicherheit mal alle Wertgegenstände eingepackt als die Feuerwehr dann kam weil ich vermutet hab dass ich eventuell gleich evakuiert werden könnte... Ja, ihr werdet lachen, ich weiß. Deshalb schreibe ich es ja. Beim 2., 3., 4., 5.... mal hat uns dann nur noch der Lärm gestört. Aber trotzdem amüsant. Der Melder hat hier einen Fehler und geht einfach mehrmals am Tag los. Die Feuerwehr, die hier seeeehrrr pflichtbewußt ist, rückt jedesmal mit 2 Wägen an, mehere mit Atemmasken geschützte "Fire Fighter" springen mit Schlagwerkzeugen bewaffnet (sie könnten ja jemanden eingesperrt aus seinem Zimmer befreien müssen) aus den Autos und machen sich auf, den Feuermelder abzustellen. Wir stehen jedesmal auf dem Balkon und lachen uns kaputt. So wie auch gestern Nacht um 1:

Langeweile bekommen wir hier nicht...


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